Die Westprignitzer Kreisringbahn


Die Zeit nach 1975

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nach der Einstellung der Personenverkehrs auf der Ringbahn wurde der Streckenabschnitt Margarethental- Berge- Baek- Perleberg Nord noch im Jahre 1975 abgebaut. 

abgebauter Bahnhof Berge (Prign.) 1975

Der verbliebene Rest der Strecke von Perleberg-Süd- Perleberg-Nord- Quitzow- Karstädt- Dallmin nach Margarethental wurde zwischen Perleberg und Karstädt als strategische Umleitungsstrecke der Hauptstrecke Wittenberge- Karstädt (Ludwigslust) sowie als Streckenrangiergleis weiter zur Bedienung der zahlreichen vorhandenen Anschließer genutzt. Insbesondere seien hier die Stärkefabrik Dallmin sowie das Industriegebiet Quitzow, nördlich von Perleberg gelegen, erwähnt. Hier galt es Wagen bereitzustellen und abzuholen für das ACZ (Agro-chemisches Zentrum) Quitzow, den VEB (Volkseigener Betrieb) Metallaufbereitung Rostock, BT (Betriebsteil) Quitzow und den VEB Minol.

Der Bedarfsfall "Umleitungsstrecke für die Hauptstrecke Wittenberge- Karstädt" ist auch mindestens zweimal eingetreten.

Ein Umleiter-D-Zug auf der Ringbahn durchfährt den Bahnhof Perleberg Nord  1986

Die Gleisanlagen des Bahnhofs Perleberg-Süd wurden nach der Stillegung des Personenverkehrs sowohl vom Bw Wittenberge, als auch von der nahegelegenen WA( Werksabteilung) Perleberg des RAW Wittenberge als Abstellstellmöglichkeit für Wagen und Lokomotiven genutzt. Für Fotofreunde gab es hier immer viel zu entdecken, wie die folgenden Aufnahmen zeigen. Als Folge der weltweiten Ölkriese mußte auch bei der DR Heizöl eingespart werden, was ja bekanntlich zur Abstellung der ölgefeuerten Dampfloks zum 31.12.1981, so auch im Bw Wittenberge, führte. Die hier beheimateten Loks der BR 50.0 und 44.0 wurden teilweise frisch hauptuntersucht in Perleberg, auf dem Gelände des ehemaligen Süd-Bahnhofs der Kreisringbahn abgestellt. Die folgenden Fotos aus den Jahren 1982 /1983 zählen zu meinen ersten selbstfotografierten Eisenbahn-Dias.

Da das Raw Wittenberge mit der WA (Werksabteilung) Perleberg das zuständige Unterhaltungs-RAW aller Schmalspurwagen der DR war, kamen so im Laufe der Jahre natürlich allerlei Fahrzeuge nach Perleberg. Man musste also nur warten. Abgestellt wurden die normalspurigen Transportwagen mit den Schmalspurexoten auf den Abstellgleisen des "Hauptbahnhofs" und vor allem auf dem Südbahnhof in unmittelbarer RAW Nähe.

Fotos der Schmalspurwagen folgen.

Als am 27.09.1987(?) die neue Elbebrücke in Wittenberge für den Zugverkehr freigegeben wurde, kam auch ein Teil der Kreisringbahn noch einmal zu Sonderzugehren! Nachdem der Eröffnungszug über die Brücke gefahren war und im benachbarten Geestgottberg die E-Lok der BR 243 umgesetzt hatte, ging es zurück nach Wittenberge. Dort wurde auf eine Lok der BR 132 umgespannt und weiter ging die Fahrt nach Perleberg. Über das Verbindungsgleis zur Kreisringbahn, am RAW vorbei ging es in Richtung Perleberg Nord. Kurz vor dem Bahnhof, in Höhe der Karl-Liebknecht-Straße war zuvor extra für den Sonderzug ein Bahnsteig errichtet worden. Dort konnten die geladenen Gäste aussteigen und die wenigen Meter bis zum Klubhaus der Unteroffiziersschule der NVA  zu Fuß zurücklegen, wo dann die offizielle Feierstunde stattfand.

Der Sonderzug auf dem Verbindungssgleis zur Ringbahn im Bahnhof Perleberg

Mindestens zweimal organisierten die Perleberger Eisenbahner um den damaligen Lokleiter der Einsatzstelle Perleberg, Siegfried Gräber, in Perleberg eine Fahrzeugausstellung. 1989 zum 750-jährigen Stadtjubiläum wurden aus diesem Anlass fast alle Museumsfahrzeuge der Rbd Schwerin nach Perleberg gefahren und auf dem Gelände des ehemaligen Südbahnhofs der interessierten Öffentlichkeit gezeigt. Die folgenden Fotos zeigen den Sonderzug mit den Museumsloks auf der Fahrt nach Perleberg und beim rangieren im Stadtgebiet.

Fotos folgen

Kurz nach dem Ende der DDR wurden 1991 auch die Pforten der Werksabteilung Perleberg des RAW geschlossen und auch das Gelände des Südbahnhofs verfiel in Folge fehlender Fahrzeugbewegungen wie viele andere nicht mehr genutzte Bahnanlagen in einen Dornröschenschlaf. Das ehemalige Empfangsgebäude wurde zu Beginn der 2000er Jahre verkauft und dient heute saniert als Wohnhaus.

Nach der Kündigung des letzten Güterverkehrskunden im Jahre 2002, der bis dahin noch Propangaskesselwagen auf dem ehemaligen Minolgelände in Quitzow entladen hatte, wurden dann auch die Bedienungsfahrten von Wittenberge aus eingestellt. Eine der letzten Zugfahrten auf den Gleisen der Kreisringbahn zeigt die folgende Aufnahme am ehemaligen Bahnhof Perleberg Nord.

2003 wurden dann auch die letzten Gleise im Stadtgebiet von Perleberg und auf dem Südbahnhof abgebaut. Heute, im Jahr 2009, erinnern nur noch der ehemalige Triebwagenschuppen und auch der Güterschuppen den fachkundigen Besucher an die Kreisringbahn. Wie lange noch?

Erfreuliches gibt es über das ehemalige Empfangsgebäude des Nordbahnhofs zu vermelden. Nach jahrelangem Leerstand wurde es 2008 von einem Investor gekauft und präsentiert sich heute vorbildlich saniert dem Besucher.

Foto folgt