Die Westprignitzer Kreisringbahn


Bahnhof Dallmin km 20,2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Bahnhof befand sich in dem Streckenabschnitt Karstädt – Berge bei km 20,2. Die Gleisgeometrie wich von den sonst auf der Ringbahn realisierten Lösungen für kleinere Bahnhöfe ab, denn Dallmin besaß ein zusätzliches Kreuzungsgleis, welches auch bereits in den Planungsunterlagen von 1910 zu finden ist.

Eine weitere Besonderheit stellte das zweite, erst 1913 erbaute große Empfangsgebäude dar. Es wurde wahrscheinlich vor allem zu Repräsentationszwecken für die Familie „von Podbielski“ erbaut, die zur Gründungszeit der Ringbahn die Güter Dallmin und Karwe besaßen. Aus heutiger Sicht wäre es eher dem Bahnhof einer Kleinstadt zuzuordnen als einem kleinen Prignitzer Dorfbahnhof.

Das ehemalige Empfangsgebäude wird heute als Wohnhaus genutzt und befindet sich in einem guten Zustand.

Victor von Podbielski (1844-1916), Enkel eines polnischen Offiziers und zeitweise Staatssekretär im Reichspostministerium sowie preußischer Landwirtschaftsminister, engagierte sich ab dem Jahre 1906 unter anderem verstärkt für den Ausbau der Verkehrswege in der Prignitz. Er wird in der Literatur oft als „geistiger Vater“ für die beim Bau preußischer Kleinbahnen eher selten realisierte „Ringbahnlösung“ bezeichnet.

Nach der Einstellung des öffentlichen Personenverkehrs auf der Ringbahn im Jahre 1975, verblieben die Gleisanlagen vom Bahnhof Karstädt ( km 14,8) bis zum Bahnhof Margaretental ( km 21,7) noch als Zuführungsgleis für die dort ansässige Stärkefabrik erhalten, so dass der Bahnhof Dallmin bis 1990 noch regen Güterverkehr, besonders zur Erntezeit im Herbst eines jeden Jahres erlebte. Das ehemalige Kreuzungsgleis diente dann oft als Abstellgleis für die langen mit Kartoffeln beladenen oder bereits leeren E-Wagenzüge.

Auch heutzutage sind noch viele Spuren vom ehemaligen Eisenbahnverkehr in der Umgebung von Dallmin zu finden, obwohl die letzten Gleise vom neuen Eigentümer der Stärkefabrik infolge der aktuell am Markt zu erzielenden hohen Schrottpreise im Jahre 2005/2006 abgerissen wurden.

 

Auch das erste Empfangsgebäude des Bahnhofs befindet sich nach fast 100 Jahren noch in einem erstaunlich guten Zustand und wird heute als Lagerschuppen genutzt.

Hier die Ansicht der Gebäude von der Staßenseite.

Die Schrotmühle am Bahnhof ist auch heute noch in Betrieb.

Auch die Landstraße von Streesow nach Dallmin sah zu Ringbahnzeiten nicht anders aus.

Das Gleis im Bereich der Dorfstaße ist auch noch erhalten geblieben und wird wohl erst bei den nächsten Straßenbauarbeiten endgültig verschwinden.....bemerkenswert sind die im Straßenbereich eingebauten ehemaligen Halbschwellen(!) aus Beton.

Der letzte Telegrafenmast der Ringbahn dient heute nur noch als Halterung für einen Nistkasten.

Ergänzung November 2008: Auf der ehemaligen Trasse wurde im Frühjahr 2008 ein Radweg errichtet, so dass man heute von Postlin bis nach Dallmin radeln kann.